Passives Einkommen mit Dividenden: S&P Global Dividend Aristocrats

Passives Einkommen mit Dividenden: S&P Global Dividend Aristocrats
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In meinem Beitrag zum FTSE All-World High Dividend Yield Index habe ich drei weitere Artikel zu Indizes mit Fokus auf Dividenden angekündigt. In diesem Beitrag möchte ich näher auf den S&P Global Dividend Aristocrats Index eingehen, und schreibe somit den zweiten Teil meiner Beitragsserie zu passivem Einkommen mit Dividenden.

S&P Global Dividend Aristocrats Index

Dieser Index wurde am 26. März 2013 von S&P Global aufgelegt und wird nach Dividendenertrag gewichtet.

Der Fokus bei diesem Index liegt bei langfristigem Dividendenwachstum. Anders als beim FTSE All-World High Dividend Yield Index, wird hier auch darauf Wert gelegt, wie lange ein Unternehmen seine Dividenden schon ausschüttet und wie stabil es das in der Vergangenheit getan hat.

Universum

Der Mutterindex des S&P Global Dividend Aristocrats ist der S&P Global Broad Market Index (BMI). Dieser ist S&Ps breitester Index und umfasst ca. 11.000 Unternehmen aus 25 Industrie-, sowie 25 Schwellenländern. Alle 50 Länder werden zu 99% abgedeckt, das bedeutet, beinahe der komplette Markt dieser 50 Länder ist im BMI enthalten.

Auswahl und Voraussetzungen

Grundvoraussetzung für ein Unternehmen des S&P Global BMI um in den S&P Global Dividend Aristocrats aufgenommen zu werden ist, dass es eine Marktkapitalisierung von mindestens 1 Mrd. USD (float-adjusted) aufweisen muss, und für die letzten zehn Jahre seine Dividenden gesteigert, oder zumindest konstant gehalten haben muss.

Weiter dürfen Unternehmen nicht mehr Geld in Dividenden ausschütten, als sie einnehmen, um für den Index betrachtet zu werden. Dies gilt zum weiteren Erhalt der Dividenden. Denn wenn ein Unternehmen mehr in Dividenden an seine Investoren ausschüttet, als es netto einnimmt (ja, das kommt vor), dann kann man davon ausgehen dass es dem Unternehmen nicht besonders gut geht und das es seine Ausschüttungen nicht mehr lange aufrecht erhalten können wird. Aus dem selben Grund darf auch der allgemeine Dividendenertrag nicht über 10% liegen.

Um die Handelbarkeit bzw. Liquidität der Indexteilnehmer sicherzustellen, legt S&P einen weiteren Filter auf: Während der letzten drei Monate zum Stichtag des Rebalancings darf das gesamte Handelsvolumen der Aktie nicht unter durchschnittlich 5 Mio. USD pro Tag gelegen haben.

In China registrierte Unternehmen sind ausgeschlossen, aber Unternehmen die ihren Sitz in Hongkong registriert haben, sind zugelassen. Somit erhält man doch wieder Zugang zum chinesischen Markt.

Das sind eine ganze Menge Kriterien, die eine Aktie erfüllen muss, um in den Club der S&P Dividend Aristocrats aufgenommen zu werden. Das stellt sicher, dass im Index wirklich nur gute, langfristig ausgelegte Dividendenzahler vorhanden sind, die sich bewährt haben.

Trotzdem sollte man dabei immer im Hinterkopf behalten, dass Tatsachen in der Vergangenheit nie eine Garantie für die Zukunft sein können.

Vermeidung von Klumpenrisiken – Diversifikation

Bei so strengen Auswahlkriterien bilden sich schnell Klümpchen. Doch auch dafür haben die Experten bei S&P Vorkehrungen getroffen, die für eine ausreichende Diversifikation innerhalb des Index sorgen.

Ein Unternehmen kann maximal 3% des Index einnehmen, sowie ein GICS-Sektor und ein Land nur 25% des Index einnehmen kann.

Der Global Industry Classification Standard (GICS) klassifiziert Unternehmen nach ihren Geschäftsmodellen in Sektoren. Diese Sektoren werden dann weiter in Industrie-Zweige, Industrien und Sub-Industrien verfeinert.

Durch die Obergrenze von 25% auf einem GICS-Sektor wird sichergestellt, dass kein zu großer Anteil des Index von der selben ‚Branche‘, bspw. Banken, Finanzdienstleistung und Versicherung, dargestellt wird. Diese könnten möglicherweise nunmal die besten Dividendenzahler sein, aber eine zu starke Ausrichtung auf einen Sektor oder ein Land könnte dazu führen, dass ein erhöhtes Klumpenrisiko entsteht.

Wenn eine Branche durch eine globale Gegebenheit schwächelt, betrifft es den Index als Gesamtes nicht so stark, wenn er breit aufgestellt ist und der betroffene Sektor keinen zu großen Stellenwert im Index hat.

Sehr ähnlich verhält es sich mit der Obergrenze von 25% oder 20 Titeln auf ein einzelnes Land. Geht die Wirtschaft in einem Land in den Keller – möglicherweise durch unvorhersehbare, lokale Ereignisse – betrifft es die Gesamtperformance des Index nicht so stark, wenn noch genügend stabilere Länder stark genug beteiligt sind.

Um ein erhöhtes Risiko zu vermeiden, nimmt S&P also maximal 25% des Index, oder 20 Werte aus einem Land in den Index auf. Hier sind es dann gemäß Gewichtung nach Dividendenertrag die (max.) 20 ertragreichsten Unternehmen mit Blick auf Dividenden eines Landes. Allerdings erreicht ohnehin kein Land aktuell die 20 Teilnehmer. Canada führt mit 16 Titeln im Index.

Spin-offs

S&P legt noch drei weitere Indizes an, die an den S&P Global Dividend Aristocrats angelehnt sind, jedoch die Spielregeln etwas verändern. Interessant könnte das für die jenigen sein, die an dem Index eine bestimmte Eigenschaft stört. Vielleicht hat man bei S&P ja ähnlich gedacht.

S&P International Dividend Aristocrats Index

Dieser Index schließt U.S.-Unternehmen aus, folgt aber sonst den gleichen Regeln wie der Global Dividend Aristocrats.

S&P Global Dividend Aristocrats Quality Income Index

Indexteilnehmer müssen nicht nur Dividenden ausschütten, sondern auch einen positiven operativen Cashflow aufweisen.

S&P Developed Ex-Korea Dividend Aristocrats Quality Income Index

Selbe Regeln wie der S&P Global Dividend Aristocrats Quality Income Index, allerdings nur auf Industrieländer (entwickelte Märkte) und mit Ausschluß von Korea.

Zusammensetzung

Zur tatsächlichen Zusammensetzung kann ich leider nicht so viel sagen, wie beim FTSE All-World High Dividend Yield, da S&P die Daten des Index nicht so großzügig veröffentlicht wie FTSE Russel es mit seinen Indexdaten handhabt. Indexanbieter verdienen ihr Geld im Grundsatz damit, die genaue Zusammensetzung ihrer Indizes an Banken und Institutionen zu verkaufen, die dann darauf ETFs auflegen oder Benchmarks erstellen. Daher konnte ich bei S&P keine tiefgehenderen Zahlen herausfinden.

Sektoren

S&P verwendet, anders als FTSE, den GICS um Unternehmen zu klassifizieren. Aus diesem Grund sind alle Sektor-Angaben nach GICS.

  1. Financials (GICS-Sektor-Code: 40) mit 25,7%: Banken, Finanzdienstleister und Versicherungen
  2. Utilities (GICS-Sektor-Code: 55) mit 18,4%: Versorgung wie Strom, Gas, Wasser, erneuerbare Energien. (Achtung: keine Erzeugung)
  3. Real Estate (GICS-Sektor-Code: 60) mit 14,5%: Immobiliengesellschaften, -bau und -entwicklung
  4. Communication Services (GICS-Sektor-Code: 50) mit 12,9%: Telekomunikation, sowie Medien und Entertainment
  5. Consumer Staples (GICS-Sektor-Code: 30) mit 8,0%: Lebensmittel, Basiskonsumgüter, Haushalt, Tabak sowie Körperpflege

Länder

  1. Canada mit 16 Unternehmen: 20,5%
  2. USA mit 14 Unternehmen: 18,5%
  3. Japan mit 7 Unternehmen: 8,9%
  4. Hong Kong bzw. China mit 6 Unternehmen: 8,4%
  5. Australien mit 4 Unternehmen: 5,3%

Titel/Unternehmen/Werte

Bei den einzelnen Teilnehmern fehlen mir die Informationen. Dem Factsheet kann man entnehmen, dass der größte Posten 2,6% belegt und die größten 10 Posten zusammen 20,0% belegen.

  1. Freenet AG (2,6%): Deutschland, Telekommunikation
  2. Nokian Tyres: Finland, Autoreifen
  3. Enagas SA: Spanien, Erdgasfernleitungen
  4. Northland Power: Canada, Energieversorgung
  5. Japan Tobacco: Japan, Tabak, Nahrungsmittel und Pharmaprodukte

Hier fällt mir auf: Anders als bei vielen anderen Indizes sieht man hier Titel, die man nicht so oft hört und nicht in jedem Index findet. (Zumindest galt das für mich). Das liegt daran, dass hier nach Dividendenertrag gewichtet wird, und nicht nach Marktkapitalisierung, und an den Kriterien für die Auswahl der Titel

Zusammenfassung

Der S&P Global Dividend Aristocrats Index bietet und Zugang zu den top Dividendenzahlern aus der ganzen Welt. Beschränkt auf 100 Titel und mit strengen Kriterien zur langfristigen Sicherung der Dividenden werden dem Anleger hier die Rosinen herausgepickt. Wer in diesen Index investiert ist gut aufgestellt, diversifiziert und kann sich, je nach ETF, auf regelmäßige Ausschüttungen freuen.

PS: Warum ich ausschüttende ETFs bevorzuge, erkläre ich in einem anderen Beitrag.

PPS: Es hat mit Steurersparnissen zu tun 🙂

Auch hier kann ich das Factsheet allen, die über ein Investment nachdenken, dringend empfehlen.


Das war mein Bericht zum S&P Global Dividend Aristocrats Index und der zweite Teil meiner Serie ‚Passives Einkommen mit Dividenden‘. Im nächsten Teil schaue ich mir den MSCI World High Dividend Yield genauer an.

Alle Daten über den Index, die ich in diesem Beitrag erwähne sind vom Stand 30.09.2020. Während du dies ließt, können diese bereits veraltet sein. Diese Daten sollten dir jedoch eine grobe Übersicht geben.

Ich schildere hier lediglich meine persönliche Meinung. Dieser Beitrag stellt keinesfalls eine Anlageberatung in jeglicher Art dar. Mehr dazu kannst du meinem Disclaimer entnehmen.

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4 Comments on “Passives Einkommen mit Dividenden: S&P Global Dividend Aristocrats

  1. Moin Max,

    vielen Dank für die lesenswerte Zusammenfassung zum S&P Global Dividend Aristocrats.

    Mir gefällt dessen Auswahlmethode eigentlich sehr gut.

    Etwas erstaunt war ich dann aber doch über die konkrete Index-Zusammensetzung, welche sich beim ETF-Anbieter SPDR tagesaktuell abrufen lässt: https://www.ssga.com/de/de/intermediary/etfs/library-content/products/fund-data/etfs/emea/holdings-daily-emea-en-zprg-gy.xlsx

    Diese Auswahl gefällt mir persönlich ehrlich gesagt nicht so gut. Der Index wäre daher also eher nichts für mich…

    Danke für deine Arbeit!

    Lieben Gruß
    David

    • Hallo David.

      schön, dass dir der Beitrag gefallen hat. Ich werde ihn entsprechend aktualisieren.

      Wenn du sagst, dass die Zusammensetzung nichts für dich ist, hast du damit eine wertvolle Erkenntnis gewonnen.Ich hätte zwar auch noch ein paar andere Werte erwartet, vertraue jedoch der Methodik.

      Danke für deine Info!

      Beste Grüße
      Max

  2. Ich hatte auch schon überlegt mir einen Dividenden ETF zuzulegen. Dabei ist mir auch dieser S&P Global Dividend Aristocrats Index ins Auge gesprungen. Für langfristigen Vermögensaufbau ist das bestimmt eine Gute Wahl.

    Allerdings möchte jedoch ich in viele Unternehmen die derzeit in dem ETF stecken nicht investieren (Öl&Tabak etc). Daher nichts für mich.

    • Hallo Hatoto,
      persönliche Präferenzen und Ansichten sollten bei einem Investment immer an erster Stelle stehen. Ich kann absolut verstehen, wenn du in Öl, Tabak und anderen Sektoren vielleicht nicht investieren willst. Ich könnte mir gut votstellen, dass es auch einen Index auf Dividendentitel ex-Öl oder Tabak gibt.

      Beste Grüße

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