Der Corona-Crash

Der Corona-Crash

Nun findet dieses Thema auch Einzug in diesen Blog. Ich will keine Unruhe verbreiten oder irgendwelche wissenschaftlichen oder auch nicht wissenschaftlichen Fakten weiter breittreten. Ich denke wir alle haben bereits mitbekommen, dass da gerade etwas passiert und uns unsere Meinung dazu gebildet. Nachfolgend versuche ich mich rein auf die Aspekte, Erkenntnisse und Vorkomnisse der letzten Wochen und Tage zu fokussieren, die für mich und meine Geldanlage eine Rolle spielen.

Ein Investment ist immer ein Plan und die höchste Tugend des Investors ist es, immer einen klaren Kopf zu bewahren. Ja, COVID-19 (Das Corona-Virus) dominiert aktuell die Medien und wohl auch die meisten autarken zwischenmenschlichen Interaktionen, und legt das öffentliche Leben ein Stück weit lahm. Dennoch sei es einem geraten, die Füße stillzuhalten.

Auch mein Alltag wir mittlerweile vom Aufsehen um den Corona-Virus beeinflusst. Dies jedoch beeinträchtigt nicht meinen Investmentplan, meinen Plan für die Altersvorsorge. Mein Anlagehorizont bleibt der selbe. Ich rechne fest damit, dass, wie nach allen anderen Krisen auch, die Weltwirtschaft sich wieder erholt und am Ende besser da steht als je zuvor. So war es immer, und so wird es auch dieses Mal sein.

Wer die Aktie nicht hat wenn sie fällt, der hat sie auch nicht, wenn sie steigt.

Andrè Kostolany
Vollblutbörsianer und Bestsellerautor

Genaugenommen dürften wir hier noch garnicht von einem Crash reden. Von einem Crash redet man in der Regel ab 30% Kurseinbruch. Der S&P 500 verlor in den letzten 19 Tagen 28%. Natürlich mag das leicht varieren, je nach dem welchen Index man wie betrachtet. Eigentlich sollte hier von einem Kursrücksetzer die Rede sein, und (noch) nicht von einem Crash.

Es mag etwas makaber erscheinen, doch für jemanden wie mich – Buy & Hold Ansatz, passiv und noch relativ neu in der Börse – ist ein derartiger Kursrücksetzer vielmehr ein Himmelsgeschenk, als eine Krise.

Ich habe zwar bereits Aktien, die auch viel Wert verloren haben, hinter dem Hintergrund der Annahme, das diese wieder auf ihr altes Niveau und wahrscheinlich noch weiter steigen werden, ehe ich in die Entnahmephase komme, interessiert mich das aber recht wenig. Wenn ich auf mein Depot schaue, was ich sowieso selten tue, dann definiere ich meinen Erfolg nicht über den Depotwert in EUR, sondern über den Inhalt in Stück.

Nicht ständig ins Depot und auf irgendwelche Charts zu schauen, die einen nur verrückt machen, ist hierbei wohl der größte Trick. Verkaufen ist einfach gar keine Option die ich bedenke. Mein Broker hat keinen „Verkaufen“ Knopf, zumindest sehe ich keinen.

Zu dem ist das Geld, dass in dieses Deoot geflossen ist, durch meine Budgetplanung ja eh „übrig“ gewesen. Es fehlt nirgendwo sonst, ich habe keine Angst es zu verlieren und führe auch ohne dieses Geld ein gutes Leben.

Nun schauen wir doch mal auf die andere, für mich viel interessantere, Seite der letzten Wochen an der Börse: Ich kann jetzt günstiger einkaufen! Das ist wie ein Räumungsverkauf an der Börse: Alles muss raus! -30% auf alles!

Ich habe das Glück (oder die Voraussicht) noch etwas Liquidität als Cash auf dem Konto zu haben. So kann ich mich jetzt schön mit den großen Standartwerten und saftigsten Wertpapieren eindecken und ordentlich sparen.

„Jetzt“ ist dabei allerdings auch wieder relativ gesehen. Nach wie vor ist die Vorhersage der Kurse gemäß Effizienzmarkthypothese (wenn man denn an sie glaubt) reines Glücksspiel. Ich denke ich kann allgemein sagen, dass niemand sicher weiß wie es weiter geht. Zumindest ich weiß es nicht. Das bedeutet leider auch, dass das nur der Anfang vom unterwasser liegenden Teil des Eisbergs gewesen sein kann. Der Weltmarkt könnte noch weitere 30% verlieren. Dann würde man sich wieder ärgern, jetzt schon gekauft zu haben.

Schaut man sich das Handelsvolumen, egal welcher Aktie, der letzten Tage und Wochen an, sieht man, wie nervös und volatil der Markt gerade ist. Die Chance weitere Kurseinbrüche zu verschenken ist mir persönlich einfach zu groß. Aus diesem Grund tätige ich keine großen Einmalzahlungen, sonder verdoppele einfach meine Sparraten im Sparplan. So wirkt der Cost-Average-Effekt für mich weiter und ich verschenke vermeintlich weniger Rendite.

Der Bulle steigt langsam die Treppe rauf, doch der Bär springt aus dem Fenster.

Robert T. Kiyosaki

Das glückliche daran ist, das wir uns keine Sorge machen müssen, das der Kursrücksetzer sich über Nacht auflöst und wir morgen wieder bei den alten Werten von vor 20 Tagen sind. Der Markt braucht seine Zeit sich wieder zu erholen. Ich kann die Situation also in Ruhe aussitzen und mich jeden Monat günstig mit Aktien eindecken.

Mein Fazit

Aus einem Investmentstandpunkt gesehen, kommt mir die Corona-Krise sehr gelegen. Natürlich wünsche ich keinem einen Infekt mit dem Virus. Jeder muss für sich selbst eine Grenze finden, wie sehr er Ethik in seine Investmententscheidungen einbezieht.

Wer keine Angst hat sein Geld zu verlieren, den Kurseinbruch aussitzen kann und noch etwas Cash übrig hat, der kann sich ‚jetzt‘ günstig bedienen.

Wer jetzt Value-Averaging betreibt, der kauft gerade systematisch geregelt ordentich ein.

Für alle die mit dem Gedanken spielen in die Börse einzusteigen und immernoch auf ‚den richtigen Moment‘ warten, für die ist die Zeit nun gekommen!

Mein Tip in der Corona-Krise

Füße stillhalten, Sparraten verdoppeln.

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