Wähle deine Partner weise

Wähle deine Partner weise

Jeder sollte die Kontrolle über seine Finanzen haben. Die Kontrolle und die Übersicht zu erlangen und zu behalten, sind der Schlüssel zu einer langfristig erfolgreichen Geldanlage.

Die Kontrolle zu behalten bedeutet nicht, alles selbst zu machen. Es kann durchaus Sinn machen, einzelne Aufgaben einer dritten Person wie einem Vermögensverwalter, einem Finanzdienstleister oder einem Steuerberater zu überlassen und damit Teile der Kontrolle abzugeben. Dies sollte dann aber als bewusste Entscheidung mit transparentem Hintergrund geschehen.

Wer Kosten senken und die Transparenz steigern möchte (oder einfach Spass darin findet), nimmt die eigene Vermögensverwaltung selbst in die Hand. Ein Kernziel dieses Blogs ist es, zu zeigen, dass das gar nicht schwer ist, wenn man ein bischen Zeit investiert.

Über Berater und Banken

Die Finanzindustrie ist dazu da, die Anleger chronisch zu verwirren.

Dominik Martens, Teamleiter tecis Finanzdienstleistungen

Es gibt eine Vielzahl an Finanzinstrumenten, die alle ihre Daseinsberechtigung haben. Für jeden Anlagetyp gibt es ein passendes Finanzprodukt. Nicht alle sind im Interesse des Anlegers geschaffen und mit Sicherheit nicht alle passen zu deiner Anlagestrategie.

Mit passiven Produkten wie ETFs verdienen Banken und Berater nichts bis wenig. Lieber werden aktive Finanzprodukte wie eigene Fonds, Verträge oder Versicherungen mit vergleichsweise hohen Margen oder auch versteckten Kosten empfohlen.

Wenn es um Geld geht stehen Berater automatisch in einem Interessenskonflikt. Natürlich lohnt es sich mehr, kostspielige Produkte zu verkaufen. Die wenigsten machen diesen Job ehrenamtlich.

Das bedeutet nicht automatisch, dass jeder Berater oder Bankverkäufer dich schlecht berät, doch leider gibt es viele schwarze Schafe in dieser Branche.

Ich will auch gar nicht sagen, dass du dich von Beratern und Bankgesprächen grundsätzlich fernhalten solltest, aber du solltest immer kritisch hinterfragen, wenn du etwas nicht verstehst. Das gilt für das Anlegen in Eigenregie genauso wie für Beratungen.

Wenn du nicht alle offenen Fragen zu deiner vollsten Zufriedenheit klären kannst, oder die Investmentgelegenheit oder dass Angebot nicht genau verstehst, dann investiere besser nicht. Es gibt in der Regel genügend Alternativen.

Das sind einige Fragen, die ich mir bei jedem Beratungsgespräch stelle:

  • Welchen Hintergrund könnte es haben, dass mein Gegenüber mir dieses Produkt empfiehlt?
  • Wie profitiert mein Vertragspartner von diesem Deal? („What’s in it for them?“)
  • Wie profitiere ich von diesem Deal („What’s in it for me?“)
  • Welche Gebühren werden wann fällig?
  • Welche Gebühren werden direkt mit meiner Unterschrift fällig? (Abschlusskosten)

Geldanlage startet im Inneren

Die erste Frage bei jeder Geldanlage ist immer: „Was möchte ich mit meinem Geld erreichen?“. Diese und weitere Kernfragen, die das Fundament eines Investments bilden, sind rein persönlich und sehr individuell. Der eine möchte sich ein passives Einkommen nebenbei aufbauen, ein Anderer versucht die private Säule seiner Rente zu stabilisieren, und ein wieder Anderer will mit Spekulation an der Börse Geld verdienen. Das sind drei unterschiedliche Strategien und keine ist grundsätzlich falsch.

Was will ich damit sagen? Geldanlage startet in deinem Inneren. Undzwar in deinem Bauch, nicht in deinem Kopf.

Geldanlage als soziales Konstrukt

Handel ein soziales Geschehen. Selbst wenn du dich dazu entscheidest, deine Anlage selbst in die Hand zu nehmen, wirst du immer mit Menschen zusammenarbeiten müssen. Denn du brauchst jemanden, der dich mit dem Markt verbindet, der deine Anlagen lagert usw.

Nachdem du die Grundsatzfragen geklärt hast, ein Finanzinstrument ausgesucht hast und bereit zum Investieren bist, wirst du dir Geschäftspartner suchen müssen. Eine Bank, bei der du ein Depot eröffnest, oder einen Broker, der deine Order an der Börse platziert und ausführt.

Jede Macht in einer Verhandlung geht von dir aus.

Prof. Dr. Jack Nasher

Ich betrachte mich in Verhandlungen immer als Geschäftspartner auf Augenhöhe mit meinem Gegenüber. Denn egal wie einschüchternd das Image des anderen auch sein mag (bspw. Eine Weltbank, bei der du gerade ein Konto eröffnen möchtest), dein Geschäftspartner braucht dich in der Regel genauso sehr wie du ihn. Auch eine Weltbank braucht ihre Kunden. Nur wenn du vom Anderen eingeschüchtert bist, kann es diese Macht nutzen.

Die Eröffnung eines Kontos oder Depots per Online-Formular mag sich nicht wie eine Verhandlung anfühlen, doch im Grunde ist es eine, nur eben automatisiert und generalisiert. Gefällt dir nicht was man dir anbietet, nutze deine Marktmacht und spiele die Wettbewerber gegeneinander aus. Frage einfach mal nach, was dir dein Partner bieten kann. Du kannst in der Regel genauso gut mit seinem Wettbewerber Geschäfte machen.

Bei der Auswahl deiner Geschäftspartner, also in diesem Kontext, der Eröffnung deines Depots oder Kontos, gibt es viele verschiedene Faktoren, die individuell anders ins Gewicht fallen können. Kosten sollten nicht immer der erste Faktor sein. Oft haben die verschiedenen Anbieter verschiedene Vor- und Nachteile, die sich in den Kosten widerspiegeln.

Mit welchen Banken und Finanzdienstleistern ich in meiner Rolle als Privatanleger zusammenarbeite, fasse ich in meiner Beitragsreihe ‚Meine Resourcen‚ zusammen.

Key Takeaways

  • Hinterfrage die Intentionen und Geschäftsmodelle deiner Geschäftspartner
  • Betrachte dich immer als Geschäftspartner auf Augenhöhe
  • Beschäftige dich mit dir selbst, und kläre Grundsatzfragen bevor du dein Geld anlegst
  • Achte bei Depot & Co. nicht nur auf die Kosten

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