Mein Kontenmodell

Reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt.

– Henry Ford

Nach einigen Recherchen über Kontensysteme, speziell dem 6-Konten-System, spätestens aber seit dem ich ‚Reicher als die Geissens‘ von Alex Düsseldorf Fischer gelesen hatte, wurde mir klar, dass ich etwas an der Methode, wie ich mein Geld verwalte, ändern muss. Was genau ich geändert habe und warum ich jedem rate, über den eigenen Cashflow nachzudenken erfährst du im Folgenden.

Das 1-Konten-System

Bisher hatte ich, wie die meisten Menschen, ein Konto auf dem alle Einnahmen eingehen und alle Ausgaben abgehen. Gehalt oder Miete von meinem Mitbewohner genauso wie der Einkauf vom Supermarkt, Miete oder der Discobesuch. Alles lief über dieses eine Konto.

Dieses Modell ist einfach, jedoch bietet es nur sehr begrenzte Übersichtlichkeit und keine Möglichkeit zur Einrichtung des Geldmagneten. Über den Geldmagneten werde ich im Detail in einem anderen Blog-Post noch reden. Es bietet dabei auch keine Möglichkeit zum Bilden von irgendwelchen Rücklagen oder generell seinen Finanzfluss irgendwie zu organisieren.

Wie es besser geht

Ein wesentlich organisierteres Model, welches ich seit kurzem anwende, beinhaltet acht Konten und eine regelmäßige Abrechnung, welche ich monatlich mache. Ich rede hier von folgenden Konten:

  • Eingänge
  • Ausgaben
  • Rücklagen
  • Spass
  • Spenden
  • Bildung
  • Investment
  • Geldmagnet

Im folgenden werde ich auf jedes Konto einmal genauer eingehen:

Eingänge

Auf dem Eingangskonto gehen alle Einkommensströme ein. Alles, was ich an Geld bekomme landet hier. Kann zum Beispiel bei Gehalt sein, Miete aus Vermietungen, Rendite aus Investitionen oder ähnliches.

Ausgaben

Hier werden alle regelmäßigen Ausgaben abgebucht, die nichts mit Spass oder Unterhaltung zutun haben. Dazu mehr unter dem Konto ‚Spass‘. Ich rede von Versicherungen, Miete, aber auch unregelmäßige Ausgaben wie Lebensmittel, Kraftstoff und andere notwendige Einkäufe. Es sollte sich hierbei um ein Girokonto handeln, zu dem es eine Debit und/oder Kreditkarte gibt, da du so am einfachsten direkt mit diesem Konto bezahlen kannst.

Rücklagen

Du solltest Rücklagen bilden. Rücklagen schaffen dir Frust vom Leib und machen dich frei. Meistens ist es genau das, was Menschen in den finanziellen Ruin treibt: Sie bilden keine Rücklagen für Ausgaben, die zwangsläufig sowieso früher oder später passieren werden und geben deshalb Geld aus, das sie eigentlich für andere Dinge brauchen. Dein Kühlschrank, dein Toaster, dein Fernseher, alle diese Dinge werden nicht ewig halten, und das weißt du. Geht nun dein Kühlschrank kaputt, brauchst du einen neuen. Hast du keine Rücklagen gebildet, reißt das ein Loch in deinen Finanzplan und du musst eventuell Rückstellungen oder Investments auflösen, oder sogar einen Kredit aufnehmen oder dir Geld leihen.

Des Weiteren macht es einfach frei zu wissen, das du abgesichert bist. Du kannst so viel entspannter leben und entscheiden. Plötzliche und ach so unvorhergesehene Ausgaben ruinieren dir nicht mehr den Tag, weil du weißt du kannst sie bezahlen.

Ich persönlich habe auf diesem Konto immer mindestens 3 Monatseinkommen, um für unvorhergesehene Dinge gerüstet zu sein. Sollte ich aus welchem Grund auch immer, einen Einkommensausfall haben, habe ich 3 Monate Zeit, die Dinge zu berichtigen und einen neuen Job oder ähnliches zu finden.

Spass

Dieses Konto ist für Spass. Trinken, Feiern, Essen gehen, Shoppen… All diese Ausgaben landen hier. Das sorgt dafür das du ein festgelegtes Buget pro Monat hast, das du ausgeben kannst. Wenn hier kein Geld mehr ist, kannst du dir diesen Monat einfach nichts mehr gönnen. Auf der anderen Seite ist es wichtig das du dieses Geld nicht sparst, sondern auch ausgibt. Versuchst du den Fluss des Geldes komplett zu stoppen, wird das nicht funktionieren. Zügelst du dich zu sehr, wirst du deinen Plan nicht langfristig umsetzen.

Auch zu diesem Konto solltest du eine Debit- und/oder Kreditkarte haben.

Auch hierzu mehr in einem anderen Artikel.

Spenden

Das Spendenkonto ist ein weiteres Konto, das jeder haben sollte. Auch auf dieses Konto fließt monatlich ein bischen Geld, das nur für Spenden gedacht ist. Manche Menschen würden sagen, dieses Geld wäre besser bei Investments oder als Tilgung für Schulden angelegt. Keine Frage, wenn du Schulden hast, solltest du diese so schnell wie möglich tilgen. Dennoch solltest du ein bischen Geld für Spenden zurücklegen. Spenden macht einfach ein gutes Gefühl und zeigt dem Universum und vor allem dir selbst und deinem Umfeld, das du mit Geld umgehen kannst und hat einen Anschein von Überfluss.

Hierzu auch mehr im Dam-Prinzip

Bildung

Es gibt kein besseres Investment als dich selbst. Alle materiellen Dinge kann man dir nehmen. Auch in Erste-Welt Ländern wie Deutschland kann ein Bürgerkrieg oder ähnliches ausbrechen und du kannst alles verlieren. Das Einzige das dir niemand nehmen kann ist dein Wissen. Vielen erfolgreichen Unternehmern oder Menschen könntest du heute all ihren Reichtum nehmen und in unter 4 Jahren wären sie wieder da wo sie waren.

Deshalb ist es wichtig, dass du immer an dir selbst arbeitest und das du dich immer fort- bzw. weiterbildest. Viele sagen, du solltest ein Buch pro Woche lesen. Ich habe mir das persönliche Ziel gesetzt, ein Buch im Monat zu lesen oder irgendwie anders zu konsumieren. Hierzu eignet sich Audible ganz gut. Dieses Thema sprengt allerdings den Rahmen dieses Posts.

Investments

Ich denke dieses Konto erklärt sich von selbst. Jeden Monat lege ich hier Geld zurück, das ich dann investiere, wenn sich etwas angesammelt hat. Wie und wo man investiert, kann ich in diesem Post nicht beantworten. Zum Thema Investments wird es hier noch viel Content geben.

Geldmagnet

Der Geldmagnet ist ein Thema für sich. Hier geht es darum, ein Konto zu schaffen, in dem es nur Eingänge gibt. Von diesem Konto wird niemals etwas abgehoben. Dadurch entsteht ein stetig steigender Kontostand, der dafür sorgt, das auch auf den anderen Konten Geld scheinbar angezogen wird. Dieses Thema wird, natürlich, kontrovers diskutiert. Unabhängig davon ob auf scheinbar magische Weise Geld angezogen wird oder nicht, denke ich, dass es sinnvoll ist, so ein Konto zu haben. Ich unterhalte so ein Geldmagnet und wenn du dazu mehr wissen willst, kann ich Alex Fischers Buch ‚Reicher als die Geissens‘ empfehlen. Er behandelt den Geldmagneten ziemlich ausführlich und geht auf viele Details ein.

Auch zum Geldmagneten, wird es noch einen seperaten Post geben.

Aber welche Bank?

Grundsätzlich denke ich, ist es schlau, nicht alle Konten bei der selben Bank anzulegen. Gerade der Geldmagnet sollte bei einer seperaten Bank angelegt werden, bei der du keine anderen Konten hast. Aus dem einfach Grund, damit du ihn möglichst nicht anfasst.

Ich kann dir nicht sagen, zu welcher Bank du gehen solltest. Meine Konten habe ich aktuell hauptsächlich bei der Consorsbank, aber ich unterhalte auch Konten bei der ING-DiBa, der comdirekt und der 1822direkt. Ich persönlich bevorzuge, wie du vielleicht gemerkt hast, Direktbanken. Ich mag das Regionalitätsprinzip vieler Banken nicht. Es interessiert mich einfach nicht, ob eine Bank regional ansässig oder „immer für mich da ist“. Ich will ohnehin nicht zu meiner Bank hingehen müssen, sondern mache eh alles online oder per Telefon. Aus diesen Gründen bevorzuge ich Direktbanken wie oben genannte

Ein anderes Thema ist es, wenn du einen Kredit haben willst. Bei Direktbanken hast du keine Chance, an einen persönlichen Ansprechpartner zu gelangen, da die Kreditentscheidung meist auch ein Computer trifft.

Ja, man sollte seinen Finanzfluss schon vor der Kreditanfrage bei einer Bank auf diese Bank „umleiten“. Einfach damit die Bank positive Kontobewegungen von dir hat. Dies steigert deine Bonität. Zu Bonität werde ich allerdings ebenfalls einen eigenen Post verfassen.

Ich hab mich für die Consorsbank entschieden, weil das die einzige Bank war die ich gefunden habe, bei der es keine Referenzkonten für Tagesgeldkonten gibt. Das heißt ich kann von all meinen Tagesgeldkonten direkt Überweisungen an all meine anderen Konten machen. Bei den meisten Banken kann man von Tagesgeldkonten nur an das zugehörige Referenzkonto machen, welches ein Girokonto und bei vielen Banken sogar bei der dieser Bank sein muss.

Das Einzige, was meiner Meinung nach heutzutage garnicht mehr geht sind Kontoführungsgebühren. Ich will meiner Bank nicht noch Geld dafür bezahlen, dass ich ihnen mein Kapital zur Verfügung stelle, mit dem sie dann zehnfach wirtschaften können. Zehnfach weil eine Bank für jeden Euro der auf ihren Konten ist, Zehn Euro verleihen darf. Selbst die meisten Bonusprogramme erweisen sich oft als Verlustgeschäft.

Also, Kontoführungsgebühren sind für mich ein No-Go. Glücklicher Weise verlangen die wenigsten Direktbanken eine Gebühr für die Kontoführung. Dementsprechende Zinsen hat man allerdings aktuell auch zu erwarten, was aber für jede Bank gilt. Zinsen von einem 1 Prozent p.a. sind schon gut. Mache dir also keine Hoffnung auf hohe Zinsen. Willst du Zinsen haben, musst du dein Geld anders anlegen.

Kontentypen

Für mich stellte sich die Frage: „Welche Art von Konto sollte ich nutzen?“ Girokonto? Tagesgeldkonto? Festgeld? Das Tagesgeldkonto wie das Festgeldkonto sind als Sparkonto gedacht. Beim Festgeld lege ich einen festen Betrag für eine feste Zeit an. Ungeeignet für unseren Zweck also. Das Tagesgeldkonto ist ähnlich gedacht, nur das ich täglich über mein Geld verfügen kann, was es für uns interessant macht. Das Girokonto ist jedoch in der Regel das Einzige, zu dem es eine Debit- oder Kreditkarte gibt, welche nützlich sein kann. Für mich habe ich ich das Ausgaben-Konto, das Spass-Konto und der Rücklagen-Konto als Girokonto eingerichtet, da ich bei diesem eine Karte haben möchte. Bei der Frage, ob ich eine Kreditkarte dazu haben will, sage ich immer ja, sofern sie natürlich kostenlos ist. Der Grund dazu ist, dass ich nur mit der Kreditkarte überall an Bargeld komme. Ich zahle zwar immer wo es geht mit Karte, da es so für mich wesentlich übersichtlicher ist, da ich so meine Ausgabe einem Sachkonto zuordnen kann. Hierzu im Folgenden mehr.

Abrechnung

Wie wird mein Geld also nun von meinem Eingangskonto auf meine anderen Konten verteilt? Ich habe mir hierfür ein kleines Programm gebaut, dass das rumgerechne für mich erledigt. Bei allem Banken, mit denen ich bisher zutun hatte, kann man seine Umsätze als CSV-Datei exportieren. Diese Datei gebe ich, für jedes Konto, meinem Programm. Das Programm schaut sich bei jedem Umsatz den Empfänger/Absender der Zahlung und den Verwendungszweck an, ordnet an Hand von Schlüsselwörtern ein Sachkonto zu und speichert den Umsatz in einer Datenbank. Handelt es sich beispielseise um eine Abbuchung von Lidl, wird sie dem Sachkonto „Essen Zuhause“ zugeordnet, oder steht im Verwendungszweck „Aral“, bekommt dieser Umsatz das Sachkonto „Kfz-Kraftstoff“. Die Sachkonto mit ihren zugehörigen Schlüssel habe ich vorher definiert. Ich persönlich habe um die 30 Sachkonten definiert und kann somit genau überwachen, was ich in welchem Monat für was ausgebe. Bevor die Umsätze nun gespeichert werden habe ich noch einmal die Chance, Umsätze bei dennen kein Schlüsselwort gefunden wurde manuell einem Sachkonto zuzuordnen, die automatischen Zuordnungen zu überprüfen und neue Schlüsselwörter Sachkonten zuzuordnen.

Sind nun alle Umsätze gespeichert (Aufwand pro Konto unter einer Minute) bekomme ich eine Übersicht über Einahmen, Zuteilungen, also wie diese aufgeteilt werden und welche Überweisungen ich machen muss, Ausgaben und Geplante Ausgaben

Zuteilungen

Zuteilungen sind die Prozentsätze, wie ich all meine Einnahmen auf meine Konten aufteile. Diese und aktuell wie folgt:

  • Ausgaben: 55%
  • Spass: 10%
  • Investments: 10%
  • Bildung: 5%
  • Spenden: 5%
  • Geldmagnet: 5%
  • Rücklagen: 10%

Dies sind meine persönlichen Werte und nur beispielhaft zu betrachten. Je nach finanzieller Situation können die Verteilungen oder auch Konten anders aussehen.

Geplante Ausgaben

Da ich weiß, was ich in den Vormonaten ausgegeben habe, kann ich Prognosen machen, was ich wohl im nächsten Monat an Ausgaben haben werde, wenn alles zu weiterläuft. Bei mir beruht diese Prognose immer auf den Ausgaben der letzten 6 Monate.

Diese Abrechnung kann ich mir nun als PDF ausdrucken, bei jeder Ausgabe ein Häkchen machen, um mich zu zwingen jeden Monat auf Neue darüber nachzudenken, ob diese Ausgabe wirklich nötig ist, die Überweisungen per App oder Online-Banking beauftragen und den Bericht abheften, den ich übrigens nach Alex Fischers Vorbild ‚Zuteilungsformular‘ nenne.

Hier ein beispielhaftes Zuteilungsformular:

Kartenzahlung

Aus diesem Grund zahle ich auch immer wo es geht mit Karte. Einfach damit der Umsatz als Abbuchung auf meinem Konto auftaucht und mit in die Abrechnung einfließen kann. Zu dem wird so automatisch Datum und ‚Geschäftspartner‘ des Umsatzes festgehalten, was für Transparenz sorgt. Ich habe eine Zeit lang jeden Barumsatz in einer Google Docs Tabelle festgehalten, um nicht den Überblick zu verlieren. Glücklicher Weise gibt es nicht mehr allzuviele Barumsätze, wenn man wo es geht mit Karte bezahlt. Zu dem überlegt sich ein Ladenbesitzer vielleicht auch, eher ein EC-System in seinem Geschäft einzuführen, wenn er ständig nach Kartenzahlung gefragt wird.

Nun weißt du, wie ich mein Geld organisiere. Ich hoffe ich konnte dich etwas inspirieren, mit deinem Geld besser umzugehen.

Viele in diesem Post erwähnte andere Post werden bald folgen. Solltest du Fragen haben, hinterlasse gerne einen Kommentar oder schreib mir direkt.

Dein

Max Bethke

Ich bin aktuell noch dabei diesen Blog auf Deutsch umzustellen, wunder dich also bitte nicht, wenn Seiten wie das Kontaktformular noch auf Englisch sind.

Getagged mit: , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar